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Studienbeihilfe

Die Studienbeihilfe soll jenen Teil der Studienkosten absichern, welche unterhaltspflichtige Eltern aufgrund ihrer Einkommenssituation nicht in der Lage sind zu tragen. Die genauen rechtlichen Bestimmungen zur Studienbeihilfe sind im Studienförderungsgesetz (StudFG) festgeschrieben.

Wer hat Anspruch auf Studienbeihilfe?

Folgende Personen können Studienbeihilfe erhalten:
  • Österreichische Staatsbürger_innen
  • EWR-Staatsbürger_innen sind gleichgestellt, wenn sie Kinder von Wanderarbeitnehmer_innen sind, selbst Wanderarbeitnehmer_innen sind und vor Aufnahme des Studiums in Österreich berufstätig waren, sie ins staatliche Bildungssystem integriert sind (z. B. österreichische Hochschulreife) oder mindestens fünf Jahre in Österreich gelebt haben
  • Drittstaatsangehörige sind gleichgestellt, wenn sie über eine Daueraufenthaltskarte-EU verfügen.
  • Staatenlose sind gleichgestellt, wenn sie gemeinsam mit wenigstens einem Elternteil zumindest fünf Jahre unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren und ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben.
  • Konventionsflüchtlinge im Sinne des Art. 1 des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge sind gleichgestellt.

Höhe der Studienbeihilfe

Die tatsächliche Höhe der Studienbeihilfe ergibt sich aus der Höchststudienbeihilfe minus bestimmter Abzüge wie Unterhaltsleistung der Eltern. Der daraus errechnete Betrag wird vor der Auszahlung noch um 12 Prozent erhöht. Dazu kommen dann noch Zuschläge für Studierende mit Beeinträchtigung sowie Studierende mit Kindern. Die Höchststudienbeihilfe beträgt effektiv
  • für Studierende, die am Wohnort der Eltern studieren, 475 Euro monatlich
  • für auswärtige Studierende, Selbsterhalter_innen, Vollwaisen, verheiratete Studierende sowie Studierende mit Kind(ern) 679 Euro monatlich

Voraussetzungen für die Studienbeihilfe

  • Soziale Bedürftigkeit (dabei wird das Einkommen von dir, deinen Eltern und deinem Ehepartner/ deiner Ehepartnerin zur Berechnung herangezogen)
  • Günstiger Studienerfolg
  • Studienbeginn vor dem 30. Lebensjahr (mögliche Ausnahmen: SelbsterhalterInnen, behinderte Studierende, Studierende mit Kind(ern), bei Masterstudien)
  • kein abgeschlossenes Studium (Ausnahme: Masterstudium im Anschluss an das Bachelorstudium)
  • Einhaltung der Anspruchsdauer

Anspruchsdauer

  • Bachelorstudium
    Mindeststudiendauer + 1 Toleranzsemester
  • Masterstudium
    Mindeststudiendauer + 1 Toleranzsemester
Die Anspruchsdauer der Studienbeihilfe kann aber aufgrund wichtiger Gründe verlängert werden. Dafür sind der Studienbeihilfenbehörde entsprechende Nachweise zu erbringen:
  • Schwangerschaft (1 Semester)
  • Pflege und Erziehung eines Kindes vor Vollendung des 6. Lebensjahres (max. 2 Semester je Kind)
  • Beeinträchtigung von mindestens 50% (1 Semester pro Abschnitt)
  • schwerer Erkrankung
  • unvorhergesehenes/ unabwendbares Ereignis
  • Auslandsstudium

Studienerfolg

Der Studienbeihilfenbehörde ist währen der Anspruchsdauer ein günstiger Studienerfolg nachzuweisen: Bachelorstudien
  • nach dem 2. Semester: 30 ECTS- Punkte oder 14 Semesterstunden
  • nach dem 6. Semester: 90 ECTS-Punkte oder 42 Semesterstunden
Masterstudien
  • nach dem 2. Semester: 20 ECTS-Punkte oder 10 Semesterstunden
Die Auszahlung der Beihilfe stoppt mit Ende August bzw. Ende Februar, wenn der Studienerfolg zu diesem Zeitpunkt der Behörde noch nicht vorliegt und erfolgt rückwirkend, wenn der Studienerfolg bis spätestens 15. Mai bzw. 15. Dezember nachgewiesen wird.

Verdienstgrenze

Die Einkommensgrenze bei der Studienbeihilfe liegt seit dem 1.1.2015 bei 10.000,00 Euro. Dabei werden die Jahresbruttobezüge minus Sozialversicherungsbeiträge, Werbungskosten und Sonderausgabenpauschale gerechnet.

Achtung!

WaisInnenrente, Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosen- und Bildungskarenzgeld sowie das 13. und 14. Gehalt werden zum Jahresbruttoeinkommen dazugezählt.
Überschreitest du die 10.000,00-Euro-Grenze, so ist der Differenzbetrag zwischen tatsächlichem Einkommen und Verdienstgrenze zurückzuzahlen. Das Überschreiten der Verdienstgrenze hat also nicht automatisch den Verlust der gesamten Studienbeihilfe zur Folge. Beziehst du nicht während des ganzen Jahres Studienbeihilfe, gilt für die Berechnung der Einkommensgrenze folgende Formel:

833 EUR x Zahl der Monate des Beihilfenbezugs

Antragsstellung

Die Studienbeihilfe kann mittels Online-Antrag bequem von zu Hause und unabhängig von Öffnungszeiten beantragt werden. Alternativ dazu liegen die Studienbeihilfenformulare im ÖH Sozialreferat auf und stehen unter www.stipendium.at zum Download zur Verfügung.

Antragsfrist

Wintersemester: 20. September bis 15. Dezember
Sommersemester: 20. Februar bis 15. Mai

Die Anträge werden auch außerhalb der Antragsfristen entgegengenommen. In diesem Fall erfolgt eine Bewilligung nur ab dem Folgemonat und nicht rückwirkend von Semesterbeginn an.

Studienwechsel

Ein Studienwechsel muss unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen nicht zum Verlust der Studienbeihilfe führen. Ein Studienwechsel ist insgesamt zweimal, wenn das vorangegangene Studium nicht mehr als zwei Semester inskribiert wurde, möglich. Unter einem Studienwechsel versteht man
  • jede Änderung einer Studienrichtung
  • bei Lehramtsstudien der Wechsel eines Unterichtsfaches
  • die „Rückkehr“ zu einer ursprünglich betriebenen Studienrichtung, wenn dazwischen eine andere Studienrichtung betrieben wurde
  • bei einem Doppelstudium, wenn bei einem Folgeantrag die Studienbeihilfe für die andere Studienrichtung beantragt wird
  • Wechsel der Bildungseinrichtung
Ein Studienwechsel im Sinne des Studienförderungsgesetzes liegt immer nur dann vor, wenn die Studienrichtung geändert wird. Bei folgenden Konstellationen handelt es sich daher um keinen Studienwechsel (Achtung: Obwohl es sich um keinen „Wechsel“ handelt, sollte trotzdem jedenfalls rechtzeitig und im Vorhinein eine Meldung an die Stipendienstelle erfolgen, da es aus anderen Gründen zu einem Erlöschen des Anspruches kommen kann!) Kein Studienwechsel ist
  • Wechsel des Studienortes bei gleichbleibender Studienrichtung. Durch den Wechsel des Studienortes kann eine andere Stipendienstelle für Sie zuständig werden. Melden Sie daher unbedingt diesen Umstand Ihrer bisherigen Stipendienstelle. Ändert sich die für Sie zuständige Stipendienstelle ist an der „neuen“ Stipendienstelle ein neuer Antrag zu stellen, da der Anspruch auf Studienbeihilfe erlischt.
  • Wechsel des Studienplanes oder Curriculums

Stipendienrechner der AK OÖ

Die ÖH bietet dir in Kooperation mit der Arbeiterkammer OÖ mit diesem Programm ein Instrument zur Berechnung der staatlichen Studienbeihilfe, des Studienzuschusses und des Versicherungskostenbeitrages. Dies ist jedoch nur ein Richtwert, da jeder Fall individuell zu sehen ist. Sollte dir der Stipendienrechner also anzeigen, dass du keine Studienbeihilfe bekommst, dann stelle zur Sicherheit trotzdem einen Antrag – Die Stipendienstelle berücksichtigte gewisse Beträge eventuell anders als du in deiner Rechnung! Stipendienrechner der AK OÖ

Sozialbroschüre der ÖH-Bundesvertretung

Sehr detaillierte und weiterführende Informationen zur Studien- aber auch zur Familienbeihilfe findest du in der Sozialbroschüre der ÖH-Bundesvertretung, die du hier downloaden kannst: Sozialbroschüre der ÖH-Bundesvertretung

Noch Fragen?

Du hast noch Fragen zur Studienbeihilfe? Dann meld‘ dich bei unserem ÖH Sozialreferat!

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